Seebrücke: Notstand der Menschlichkeit

Wandermahnwache der Seebrücke Bochum am 6.7.2019 zum „Notstand der Menschlichkeit“, ursprünglich geplant als Aufruf zur mittlerweile befreiten Kapitänin Carola Rackete. Vom 16jährigen Klima-Aktivisten zu Omas gegen Rechts: Wir zeigen uns solidarisch gegenüber Seenotrettern und Geflüchteten.

Februar 2019 – Zwischen Zeit

Diese Rückblicke sind wirklich praktisch, wenn ich mich wieder frage, wo eigentlich die letzten zwei Monate hin sind. Das Jahr des Schweins, Verschwörungstheorien, solidarische Städte, Typografie, Schussproben, Premieren und Recherchearbeit liefert zwar nicht viele vorzeigbare Bildergebnisse, trotzdem frisst sie jede Menge Zeit.

Ich habe außerdem das überregionale Seebrücke-Vernetzungstreffen in Bochum zeichnerisch begleitet. Dabei waren Vertreter zahlreicher Seebrücken der Umgebung, es wurden Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Aktionen geplant. Definitiv Mut machend zu sehen, dass man nicht alleine ist und dass es auch über Demonstrationen hinaus Handlungsmöglichkeiten gibt.

Es ging unter anderem auch darum, geflüchtete Menschen mehr in die Arbeit mit einzubeziehen, um nicht immer als Stellvertreter für sie zu sprechen, sondern sie selbst zu Wort kommen zu lassen. So wichtig es ist, dass sie sich ebenfalls in ehrenamtlichen Gruppen engagieren, so sehr haftet ihnen auch das Stigma des „Flüchtling“ an, das sie nicht mehr loswerden.

Es wird also auch Teil der Arbeit bleiben, unseren eigenen Umgang mit von Flucht und Rassismus betroffenen Menschen zu reflektieren.

Endprobenwochen im Theater sind immer sehr chaotisch und kurzweilig, und für Eugen Onegin am Musiktheater Gelsenkirchen durfte ich einmal mehr Bücher gestalten. Und für das Duell nach der Pause den Schuss abfeuern. Das ist immer ein surreales Erlebnis. Einerseits ist es während des Stückes ein Routine-Einsatz für die Requisite, so wie Gläser annehmen oder Konfetti werfen. Andererseits ist es merkwürdig, so ein potentiell gefährliches Objekt einfach ‚in Spiel‘ zu verwenden. Denn es wird ein richtiger Revolver mit Platzpatronen eingesetzt. Ich glaube, es ist ganz gut, dass ich die Arbeit damit nicht als selbstverständlich sehe.

Und ich habe das Instagram-Bildformat verlassen und mich an komplexere Bilder und Geschichten gewagt. Jetzt muss ich nur aushalten, dass Dinge nun länger brauchen, um fertig zu werden. Aber eine Art Deadline gibt es schon, denn im Juli steht eine Ausstellung an …

Kontakt Seebrücke mit Übersicht der Seebrücke-Städte: https://seebruecke.org/lokalgruppen/

Kontakt Seebrücke Bochum:

Lokalgruppe der Seebrücke
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Oktober 2018. Ein Ende, ein Anfang

Es war ein spannender Monat, für mich ganz geprägt durch das Engagement der Seebrücke Bochum, und auf der anderen Seite das Fertigstellen eines persönlichen Projekts. Ich habe jeden Tag gezeichnet und der Flow hat noch nicht geendet.

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Im Oktober bin zu meinem ersten Seebrücke-Planungstreffen in Bochum gegangen.

Die Aktion Seebrücke ist in vielen Städten aktiv und wird von Zivilpersonen organisiert, die sich solidarisch zeigen mit den privaten Seenotrettern sowie Menschen auf der Flucht. In diesem Rahmen werden Demonstrationen, Aktionstage und das Herantragen des Anliegens an die Politik geplant und durchgeführt.

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Die Bochumer Truppe ist sehr engagiert und sympathisch und freut sich immer über Neuzugänge! Gerade, wenn man keine Ahnung hat, wie man sich einbringen kann, sollte man hingegen, es sind bereits Profis involviert, die mit der Planung solcher Solidaritätsaktionen vertraut sind. Helfende Hände können unterstützen beim Fahren, Sach- oder Geldspenden sammeln, Aktionen vorbereiten (durch Basteln, Technik bereitstellen/betreuen), Pressematerial schreiben… Ich selbst versorge die Gruppe von jetzt an mit Bildmaterial. Ein guter nächster Schritt, wenn man auf der Demo am Ende dasteht und auch fragt: Und jetzt?

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Die Seebrücke Seite findet ihr hier: www.seebrücke.org

Und die Bochumer Adresse hier: www.bochumer-buendnis.de/seebruecke

Das nächste Bochumer Treffen ist am 8. November um 19:00 im Botopia.Raum9, Griesenbruchstraße 9.

Es gibt wie gesagt auch viele andere Städte, die eine lokale Seebrücke- Abteilung haben. Die meisten von ihnen sind auch mit Gruppen und Seiten auf Facebook vertreten. Kommt vorbei!

Es war auch Inktober – ein Internetprojekt, bei dem jährlich im Oktober zu täglich wechselnden Begriffen gezeichnet wird. Ich habe diese Tradition letztes Jahr in den Leftober umgewandelt, um meine chronisch mit Tendinitis kämpfende rechte Hand zu schonen und meine linke Hand zu trainieren. Dieses Jahr habe ich das wieder gemacht, diesmal mit dem Plan, eine zusammenhängenden Geschichte zu erzählen.

Also habe ich jetzt eine fertige Geschichte.

Ich habe gar keine Worte, um die Wichtigkeit dieser Tatsache auszudrücken. Es ist fast ein Jahrzehnt vergangen, in dem ich, aus Gründen, nicht erzählen konnte. Ich wollte das Jahrzehnt nicht verstreichen lassen und es hat geklappt. Die Geschichte ist nicht perfekt, nicht durchdacht, aber sie Hauptsache ist, das sie fertig ist, dass ich hab etwas beendet habe.

Das gesamte Bildmaterial findet ihr auf meiner Instagram-Seite.

Das nächste Großprojekt: Ein richtiges Buch, mit Seiten aus Papier (tote Bäume!) zum Anfassen. Sein Name ist: „A Forest