Glasgow in 10 minutes

Here are 10 minute drawings of Scottish castles. I missed drawing so much.

I didn’t take pictures of the Highlands, because there is nothing more infuriatingly sappy than photos of the Highlands. Just add a cursive Headline and a naked Highlander and you get it why photos don’t work.

So go there yourselves, instead. It’s not like they’re going anywhere, the Highlands. The kitsch disappears as soon as you see them face to face and you just want to stay there forever.

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It’s not, actually

I can point you to a nice Scottish/Irish Host Family who wave their Harry Potter wands while discussing European politics, imitating animal noises and swearing about the bloody English bastards. And sing 500 miles. I’ve had a fairy tale Scottish holiday but I won’t tell you anymore because you know you need to go there yourselves.

Also why don’t we have something like the Fringe festival in Germany? Let’s do it.

Ok, one photo. Because they filmed bloody Monty Python and the Holy Grail here. And Winterfell from the first episode.

 

Der Versuch, mit Worten zu zeichnen

(ich tippe, mit 4 Fingern)

Ich vermisse das Zeichnen körperlich

Wenn ich könnte, wie ich wollte, glaube ich, dass die Bilder aus meinen Fingern herausströmen und nicht mehr zum Stillstand kommen würden

Wo kriegst du eigentlich deine Ideen her
Vom Stillsitzen

Von allem, was auf mich einprasselt
Meine getippten Worte kommen den (ich habe kein angemessenes Wort dafür) in meinem Kopf nicht hinterher

Da sind

Kinderbücher, die davon handeln, dass Kindervorstellungen real sind, wie Feuerspringen – der Boden ist Lava! – die Monster sind echt, unterm Bett und im Schrank und die Wölfe im zweiten Stock, Fliegen – ich kann 10 Zentimeter über dem Boden schweben, die Straße vor meinem Haus ist ein reißender Fluss und wenn ich meinen Tauchrekord breche, werde ich zur Meerjungfrau, und alles ist schwarzweiß und bunt, wilde Strichzeichnungen mit knallbunten Farbwolken, die aussehen wie Bäume und wie meine Cousine und wie etwas, das Chris Riddell gezeichnet hat

Da ist

Eine Beerdigungscomic über Trauer, die absurd und lustig ist, bewegliche Bilder, die zu einer Zeichnung gefrieren, graublaue Striche, die krakelig in alle Richtungen führen und in ihrem Zentrum Figuren bilden, mit Aquarellfarbklecksen hauchdünn darüber und darunter wie etwas sehr trauriges und farbiges, fröhliches

Und ganz viel Handschrift, wie ein Tagebuch, das nachträglich geschrieben wird, die Sätze schlängeln sich in Balken eine linke Spalte herab und betiteln dann einzelne Bilder

Wie entsteht das

Es sieht ganz anders aus, wenn ich es mache

Wie funktioniert das Machen

Es ist wie

Aus der Erinnerung etwas aufschreiben

Eine Erinnerung, die man solange und intensiv mit sich rumträgt, dass man jedes Detail daraus haargenau beschreiben kann, und mit der Zeit sind zu der Erinnerung noch weitere Empfindungen gekommen, oder jemand hat etwas hinzugefügt, was man vergessen hat, oder irgendwo ist jetzt eine Lücke, an die man sich nicht mehr erinnert

Zeichnen ist wie eine Erinnerung an etwas, das noch nicht passiert ist und an das man sich erst erinnert, während man zeichnet

Auch Schreiben funktioniert so

Man sammelt und sammelt und sammelt, Dinge, die man wichtig findet, Dinge, die einem gar nicht auffallen, und Dinge, die man erst versteht, wenn man sie ausspricht

So funktioniert Zeichnen

Und Schreiben

 

Wo kriegst du eigentlich deine Ideen her

von
Fußball-EM, Massentierhaltung, Abendessen, Wind in den Blättern, Regelschmerz, Terroranschlag in Istanbul, Kim Kardashian, 30. Geburtstage, Glasgow (ganz ohne brexit), vergessen, warum man sauer auf jemanden war, Eisbär-Dokumentation, Nanotechnologie, Karamellsauce (alles mit UND oder ODER dazwischen)

von unzähligen Artikeln über Repräsentation
Warum sehen wir nur weiße schöne dünne heterosexuelle Menschen
Und wie schreibe ich eigentlich schwarze asexuelle kahlrasierte autistische pummelige muslimische faltige Menschen (alles mit UND oder ODER dazwischen)

Die Antwort ist
Genau so

Oder  besser:
Wenn du über Hautfarbe, Geschlecht, Körperlichkeit, Religion schreiben willst
Frag Menschen mit dieser Hautfarbe, diesem Geschlecht, diesem Körper, dieser Religion um Rat

Wenn du über einen wagemutigen Piratenkapitän eines Luftschiffs im New York der 20er Jahre oder eine Cyborgprinzessin eines Sumpfplaneten im 5. Jahrtausends oder einen Kurzwarenhändler um die Ecke schreiben willst

Kannst du machen, was du willst
Dann können sie alles sein

Ich kenne

bisexuelle schwache asexuelle geduldige homosexuelle pinkhaarige borderlinige autistische laute bärtige krebsüberlebende cholerische tiefgläubige atheistische buddhistische verwitwete Menschen

deren Geschichten nicht im Kino laufen

außer, wenn nur eine dieser Eigenschaften thematisiert wird

anstatt sie normal zu finden

ich freue mich auf all diese Geschichten

und darauf, sie zu zeichnen

Illustration: Unendliche Geschichten

Die Ungeduld wuchert so monströs, dass es zu einem mundgemalten Experiment gekommen ist (siehe weiter unten).
Aber irgendwann muss ich ja auch mal testen, wie lange die rechte Hand jetzt mitmacht. Die Antwort: eine postkartengroße, auch gerne bunte Kinderbuchillustration ist drin, etwa eine Stunde Arbeit am Tag. Die neue Technik ist, den Stift mit Ring- und Zeigefinger zu führen. So muss ich mit dem Daumen keinen Druck ausüben.


Das freut Hand und Vera und deshalb wurde begeistert die nächsten Tage weiter so gemacht, und man merkt, was da alles im Kopf noch schläft – Geister und Meerjungfrauen und Hände, die aus dem Boden wachsen und zu Bäumen werden…
Aber nach vier Tagen muss die Hand erstmal wieder zurück ins Eisfach – zusammen mit der linken Hand, die langsam checkt, dass 6 Monate doppelter ungewohnter Aufwand ganz schön anstrengend ist. Also erstmal Pause, soll ja warm werden…
Die Zeit verbring ich jetzt erstmal mit meinen Spezialfunden aus dem Grabbelkistenregal vom Herner Trinkgut. Das Schicksal will es, dass Die Unendliche Geschichte immer wieder zu mir zurückkehrt und ich noch nie dafür zahlen musste…

Illustration: Mit links mach ich das.

Seit 6 Monaten habe ich eine Sehnenscheidenentzündung, der ich u.a. die Abmeldung meiner Bachelorarbeit verdanke. Ich sehe das positiv, wirklich. Es war noch nie einfacher, ohne schlechtes Gewissen endlos Serien zu bingewatchen.

Dinge, die ich sonst immer mache, aber jetzt nicht kann: zeichnen, malen, schreiben, Gitarre spielen. Auch: rudern.

Dinge, die ich jetzt kann: mit links zeichnen. Ich muss mich jetzt sogar zurückhalten, damit sie sich auch mal ausruhen kann.

Linker Bücherwurm

Ich sehe mittlerweile meine Hände als eigenständige Kreaturen an. Nicht „ich“, sondern „ich und meine Hand und meine andere Hand“. Die linke macht, die rechte stöhnt: „Booh, ist die langsam, lass mich das mal machen“, und ich so, „Schnauze, du bist kaputt, du hast garnichts zu melden, die muss das doch lernen,“ und die linke so: „Laaaangsam…und dann in diiiie Richtung…“ (vergleiche Firefox vs Internet Explorer).

Ich tippe das übrigens mit 2 verbundenen Händen und die Zeigefinger gucken raus und tippen das. Sie sehen aus wie 2 dicke schwarze Pelztierchen mit Fühlern. Ridiculous.

Es fühlt sich noch immer an, als würde die Info aus meinem Gehirn eine Sekunde zu spät in meiner Hand ankommen. Aber das Ergebnis gefällt mir. Es macht mich sogar richtig stolz, dass meine linke Hand in 6 Monaten so weit gekommen ist. Ich meine: oh, Mann.

Dinge, auf die ich mich freue, wenn Firefox wieder läuft:

Ein Graphic Novel. Noch ein Graphic Novel. Ein illustriertes Kindheitstraumtagebuch. Ein Linolschnitt. Eine neue 1×1-Meter-Organ-Leinwand. Ein illustrierter Adventskalender. Ein Wald-Comic mit Observatorium. Das wird so gut.

Aber jetzt: Vorhang auf für die linke Hand.

So fing es an im Januar:

Ich mag den Stil gern, aber nichts davon war so geplant, wie ich es haben wollte. Und ein Stift war bisher das einzige, was ich wirklich kontrollieren konnte. Und

hier merkt man von der Stimmung her schon ein bisschen die Frustration. Aber

dann hab ich angefangen, bei jedem Frusterationsanzeichen ein Bild zu machnen und

 

 

et wird.

Bücherschlange

mein Hirn zerfressen von links-autonomen Bücherwürmern. Et wird.

Bücherwurminvasion

Lookbook: SkizzenBuchVideoFlohMarktKitsch

Also ich war in dieser Flohmarkthalle in Bochum, um nach Bilderrahmen zu stöbern, mit der meine Bilder noch schöner aussehen, wenn ich sie zum Beispiel auf einer Ausstellung verkaufen wollen würde (vielleicht sogar bald. Möglicherweise nächsten Monat)!

Gefunden habe ich ein paar Schmuckstücke mit Stickereien und furchtbar-wunderbaren Glanzbildern, die mir bestimmt noch anders zum Opfer fallen werden. Außerdem: ein pinker Ordner für 50 Cent, in den genau meine Postkarten hineinpassen, der genau in dieses Video dort oben passt. PINK! VIDEO! MULTIMEDIAL!

Ausstellung: Kunst ist tot, es liebe die linke Hand

gestern war ich mal gucken beim Illustratoren-Festival in Köln. Wer in der Nähe wohnt und auf bunte Bilder, Geschichten, Comics und aber auch sozialkritische Auseinandersetzung steht, sollte unbedingt heute noch dort vorbeigehen. Ich bin sehr wehmütig und sehr motiviert geworden und will jetzt noch mehr zeichnen als sowieso schon.

Die Quintessenz der gehörten Vorträge lautet:

DENK NICHT SOVIEL.
Mach dein Ding.
Versuch nicht, auf Teufel komm raus gut zu zeichnen oder schön zu sein oder einen Stil zu erreichen –
sondern geh spielen, geh denken, guck dir an, was draußen los ist, pflanz ein Haus, bau nen Baum.
Pump die Kreativität in dich hinein und nimm erst dann einen Stift in die Hand.
Am besten hat mir gefallen: es ist leicht, mit Vektoren perfekt zu sein.
Nimm einen analogen Stift in die Hand.
Oder Kreide, oder Kaffee, oder Schlamm.

Und natürlich ist Illustration Kunst.

Wenn Verlage und Auftraggeber etwas von dir verlangen, das nur du kannst, deine Handschrift trägt, das gut aussehen muss und einen Inhalt vermitteln soll, einen Funken auslösen soll beim Betrachter, dann ist das eine Besonderheit, ein Alleinstellungsmerkmal, es hat ästhetischen und finanziellen Wert, es gefällt einigen und anderen nicht, es kann für sich stehen oder inspiriert zu mehr, mehr oder weniger kann man auch über den Begriff „Kunst“ sagen.

Man muss schon irgendwie dran glauben. Kunst ist tot, es lebe die Kunst.

Meine rechte Hand hat wohl doch keine Sehnenscheidenentzündung, was ein klügerer Kopf von diesem tollen Röntgenbild ableiten konnte und was ich erstmal aus wissenschaftlichen Gründen mit meinem Handy vom Bildschirm abfotografiert habe.
Bald gibt es bessere Bilder straight from the MRT.
Vielleicht wächst meine rechte Hand auch noch und wird zum Hulk.
Es bleibt spannend.
Derweil muss die linke Hand übernehmen und optimieren.

Außerdem aufgeschnappt beim Festival: #paintmuseum

Im Rahmen des Internationalen Museumstags am 22.05. wird dazu aufgerufen, unseren Museumsalltag zu dokumentieren – und zwar nicht nur digital, sondern auch zeichnerisch, malerisch, wörtlerisch, wie wir lustig sind.
Das ganze kann dann unter dem Hashtag #paintmuseum geteilt werden.
Ich stelle es mir sehr reizvoll vor, zum Aktzeichnen ins Museum zu gehen. Überhaupt nimmt man sich beim Zeichnen sehr viel mehr Zeit, sich mit dem Objekt oder Bild auseinanderzusetzen, als beim bloßen Abfotografieren.

Die heutigen off-topic Abschlussworte lauten:

Keine platten AFD-Nazi-Vergleiche mehr. Lest lieber das Parteiprogramm, um eure Familie mit den tatsächlichen Inhalten zu erschrecken.
Frohe Ostern!