Juli: Die Baum-Zeit ist vorbei…

..fürs erste.
Ich habe jetzt den Fingerabdruck eines Baumes von Sonja Kreutzer über meinem Schreibtisch.

Vielen Dank Sonja und Dagmar, für die tolle Kunstkombination – an Anke und die Gruppe Elf Bochum, es war wieder ein kreatives Familientreffen – und natürlich an alle, die vorbeigeschaut haben! Eine Ausstellung ist immer, wie Eintritt in meinen Kopf zu gewähren.

Wie immer, wenn etwas endet, habe ich direkt zehn Ideen, wie es weitergehen könnte, und muss mich erstmal für eine entscheiden. Aber jetzt ist erstmal Sommer.

Shout Out For Future:

Dank euch gehen durch den Verkauf von drei meiner Demo-Zeichnungen jeweils eine kleine Spende an den NABU Herne und den Caritas-Verband Herne!

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Seebrücke: Notstand der Menschlichkeit

Wandermahnwache der Seebrücke Bochum am 6.7.2019 zum „Notstand der Menschlichkeit“, ursprünglich geplant als Aufruf zur mittlerweile befreiten Kapitänin Carola Rackete. Vom 16jährigen Klima-Aktivisten zu Omas gegen Rechts: Wir zeigen uns solidarisch gegenüber Seenotrettern und Geflüchteten.

AUSSTELLUNG: Baum und Zeit

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Ob wir in Städten oder auf dem Land aufwachsen, begleiten uns Wälder als Spielorte von Märchen, als gefährliche, wundersame Grenzwelten jenseits der Zivilisation. Gleichzeitig sind Wälder auch Zufluchtsorte für uns geworden, die Ruhe und Entspannung, Dauer und Beständigkeit bedeuten.
Illustratorin Vera Keitmeier, Holzbildhauerin Sonja Kreutzer und Kunstpädagogin Dagmar Reichel haben sich zusammengetan, um dem Baum in ihrer persönlichen Handschrift zu huldigen.
Wir möchten euch zur Ausstellungseröffnung am 12. Juli ins wunderbare Atelierhaus der Gruppe Elf einladen und freuen uns über alle, die uns in den darauffolgenden zwei Juliwochen besuchen kommen!

VERNISSAGE Freitag, 12. Juli, 18:00 Uhr, Gruppe Elf Bochum e.V., Velsstr. 19
AUSSTELLUNG vom 12. – 28. Juli 2019

ÖFFNUNGSZEITEN
Mittwoch 14-17 Uhr
Donnerstag 11-17 Uhr
Samstag 14-18 Uhr
Sonntag 14-18 Uhr
und gerne nach Vereinbarung!
An den Wochenenden ist mindestens eine Künstlerin anwesend.

KONTAKT
Vera Keitmeier: v.keitmeier@gmx.de
Sonja Kreutzer: mail@soniwood.com | www.soniwood.com
Dagmar Reichel: info@dagmarreichel.de | www.dagmarreichel.de

zur >> Facebook Veranstaltung

zur >> Gruppe Elf Bochum

April-Mai 2019: Zeichnen For Future

Keine Zeit mehr zum Bloggen, der Kinder wegen.
Es war noch einiges mehr in den letzten 2 Monaten, aber manchmal muss man sich einfach auf das wichtigste besinnen. Zum Beispiel auf den 26. Mai (ihr wisst, was da ist), und es zeigt sich bereits jetzt, das diese junge Bewegung einen wahnsinnigen Einfluss darauf hat. Was könnte ermutigender sein?

Notiz von der Karfreitags-Mahnwache am 19. April:

Heute haben sich Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und auch alte Menschen über 30 in Kleingruppen vor dem Bochumer Bahnhof zu einer Mahnwache zusammengesetzt und über Umweltschutz, Tierschutz, Rassismus, Unterrichtsgestaltung, ihre Utopie von der Zukunft und den Umgang mit wütenden Bürgern gesprochen.
Lieblingsbild, das ich heute nicht gezeichnet habe: eine ältere Dame mit Eis, die schreit „ICH UNTERSTÜTZE KEINE SCHULSCHWÄNZER“ und außerdem müsse sie als Rentnerin 5 Tage die Woche arbeiten, während ein Mahnwachenteilnehmer daneben in aller Seelenruhe einen Salatkopf isst.
Dass diese Wut sich systematisch nach unten, statt nach oben richtet, ist mir unbegreiflich. Eigentlich müsste sie mit uns bei der Mahnwache stehen.

Phantomina der Oper

 

 

Ich mache so viele Sachen nebenher, dass die Tatsache, dass ich 40 Stunden die Woche in einem Musiktheater verbringe, zur absoluten Selbstverständlichkeit wird. Dass ich es fast nie erwähne, hat weniger damit zu tun, dass es unwichtig ist, sondern dass dieser David Lynchige Ort mit einer neuen Parallelwelt hinter jeder Tür einfach meine Normalität ist, und so ganz unbemerkt und undramatisch in meine eigenen Bildwelten einfließen kann.

Februar 2019 – Zwischen Zeit

Diese Rückblicke sind wirklich praktisch, wenn ich mich wieder frage, wo eigentlich die letzten zwei Monate hin sind. Das Jahr des Schweins, Verschwörungstheorien, solidarische Städte, Typografie, Schussproben, Premieren und Recherchearbeit liefert zwar nicht viele vorzeigbare Bildergebnisse, trotzdem frisst sie jede Menge Zeit.

Ich habe außerdem das überregionale Seebrücke-Vernetzungstreffen in Bochum zeichnerisch begleitet. Dabei waren Vertreter zahlreicher Seebrücken der Umgebung, es wurden Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Aktionen geplant. Definitiv Mut machend zu sehen, dass man nicht alleine ist und dass es auch über Demonstrationen hinaus Handlungsmöglichkeiten gibt.

Es ging unter anderem auch darum, geflüchtete Menschen mehr in die Arbeit mit einzubeziehen, um nicht immer als Stellvertreter für sie zu sprechen, sondern sie selbst zu Wort kommen zu lassen. So wichtig es ist, dass sie sich ebenfalls in ehrenamtlichen Gruppen engagieren, so sehr haftet ihnen auch das Stigma des „Flüchtling“ an, das sie nicht mehr loswerden.

Es wird also auch Teil der Arbeit bleiben, unseren eigenen Umgang mit von Flucht und Rassismus betroffenen Menschen zu reflektieren.

Endprobenwochen im Theater sind immer sehr chaotisch und kurzweilig, und für Eugen Onegin am Musiktheater Gelsenkirchen durfte ich einmal mehr Bücher gestalten. Und für das Duell nach der Pause den Schuss abfeuern. Das ist immer ein surreales Erlebnis. Einerseits ist es während des Stückes ein Routine-Einsatz für die Requisite, so wie Gläser annehmen oder Konfetti werfen. Andererseits ist es merkwürdig, so ein potentiell gefährliches Objekt einfach ‚in Spiel‘ zu verwenden. Denn es wird ein richtiger Revolver mit Platzpatronen eingesetzt. Ich glaube, es ist ganz gut, dass ich die Arbeit damit nicht als selbstverständlich sehe.

Und ich habe das Instagram-Bildformat verlassen und mich an komplexere Bilder und Geschichten gewagt. Jetzt muss ich nur aushalten, dass Dinge nun länger brauchen, um fertig zu werden. Aber eine Art Deadline gibt es schon, denn im Juli steht eine Ausstellung an …

Kontakt Seebrücke mit Übersicht der Seebrücke-Städte: https://seebruecke.org/lokalgruppen/

Kontakt Seebrücke Bochum:

Lokalgruppe der Seebrücke
Instagram
Facebook

Dezember/Januar 2019 – Pause im Quadrat

Im Januar habe ich versucht, auf die Sozialen Medien zu verzichten, die ich am meisten nutze: Instagram und Facebook. Dass ich zwei dicke Bücher in der Zeit gelesen habe, mag mit am Internetverzicht liegen, spricht aber vor allem für die Qualität der Bücher.

Dezemberkunst

Was haben wir gelernt?

Es ist ja nicht so, als hätte ich es nicht geahnt, aber erst der Verzicht hat gezeigt, wie sehr ich mich an ein direktes Feedback zu meinen Bilder gewöhnt habe. Wie befriedigend ein kleines „Like“ ist und wie unbewusst ich darauf warte, dass das nächste kommt.

Das Zeichnen findet in erster Linie im stillen Kämmerlein – oder im Stammcafé – statt, in erster Linie aber allein. Und da meine Zeit fürs private Zeichnen rar gesät ist, ist Feedback jeder Art eine große Motivation. Gerade eben habe ich meine Ergebnisse vom Januar gepostet und freue mich schon wieder über anonyme Aufmerksamkeit.

Natürlich war ich mir dieses Faktors auch schon vorher bewusst. Wir nutzen Soziale Medien, um gesehen zu werden, um uns auszutauschen, und ich habe fantastische Künstler über Das Böse Internet gefunden. Aber es beeinflusst durchaus auch die Art, wie ich zeichne. Die Instagrammifikation des Formats: Ich freue mich wahnsinnig, dass ich seit Oktober regelmäßig an kleinen Kurzgeschichten arbeite – und mein Skizzenbuch hat ein quadratisches Format, perfekt zum Einzelbilder-auf-Instagram-posten.

Es ist definitiv spannend, die Vorgaben eines digitalen Mediums zu nutzen, um eine bestimmte Art des Geschichtenerzählens zu entwickeln. Ich muss aber aufpassen, dass das Format nicht zu sehr den Inhalt vorgibt. Dadurch denke ich nämlich viel mehr über den Inhalt und den Blickfang eines einzelnen Bildes nach und lasse möglicherweise die Geschichte im Gesamten außer Acht.

Ich finde das Format weiterhin spannend und werde damit weiter experimentieren, aber nachdem ich nun einen Einstieg in das Kurzgeschichtenentwickeln gefunden habe, werde ich als nächstes versuchen, Bilder ruhen zu lassen, sie eventuell zu verändern und erst ein Storyboard zu entwickeln, bevor es an konkrete Bildumsetzungen geht.
Da laufe ich auf jeden Fall wieder Gefahr, Sachen unbeendet zu lassen – umfassende Geschichten zu planen ist anstrengender als Einzeleindrücke umzusetzen – aber vielleicht finde ich einen Mittelweg. On- und offline.

 

November 2018. Brücken

November: Viel passiert, was immer noch passiert.

Ich unterstütze die Bochumer Seebrücke, indem ich unsere offizielle Instagram-Seite betreue: www.instagram.com/seebrueckebochum

Eine gute Art, um sich mit Seebrücke-Organisationen in ganz Deutschland zu vernetzen. Wir posten dort regelmäßig Termine und Fotos und Infos unserer Treffen.

Ich habe angefangen, mich für die Seebrücke zu engagieren, als in den Medien begonnen wurde, zu debattieren, ob man ertrinkende Menschen überhaupt retten sollte. Die Antwort ist Ja. Egal, wie die Umstände sind, egal, wer rettet, egal, ob es illegal ist, wer rettet. Unsere gemeinsame menschliche Grundlage muss sein, einen Menschen nicht sterben zu lassen.

Ich habe einen mittelmäßig bezahlten Vollzeitjob, so wie viele, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren, und mir geht es so gut damit, dass ich einen Teil meiner Energie dazu verwenden will, Menschen zu helfen, denen es so scheiße geht, dass sie alles zurücklassen und sich auf lebensgefährliche Fluchtwege begeben. Was danach passiert, was mit ihnen passieren soll, wie die Fluchtursachen bekämpft werden sollen – ich weiß es nicht, aber es ist auch nicht meine Aufgabe, diese Probleme zu lösen. Ich glaube aber, dass man in so einer Situation Stellung beziehen muss. Meine Haltung ist so simpel wie grundsätzlich. Nicht sterben lassen.

Jetzt hab ich doch den ein oder anderen Satz mehr dazu gesagt. Kommt rum, es gibt mittlerweile Seebrücken in Duisburg, Dortmund, Bochum, wir in Bochum haben Anträge in Ratssitzungen eingebracht, wir werden ab nächstem Jahr ein regelmäßiges Treffen haben. Jede/r tut, was und soviel ihm/ihr möglich ist.

Facebook-Seite: www.facebook.com/seebrueckebochum

Was noch:

Ich hatte meine erste Premiere am Musiktheater Gelsenkirchen. Also na gut, ich war pünktlich zur Premiere krank, aber mein Pop Up Märchenbuch und die Mary Poppins Tasche hatten Premiere.

Und nachdem ich im Oktober jeden Tag gezeichnet habe, habe ich im November einfach weitergemacht. Ich will es nicht verhexen, aber ich habe schon wieder was beendet, und das mach ich jetzt, glaube ich, einfach öfter.

Mehr zu sehen hier: www.instagram.com/mumpitzhausen