Dezember/Januar 2019 – Pause im Quadrat

Im Januar habe ich versucht, auf die Sozialen Medien zu verzichten, die ich am meisten nutze: Instagram und Facebook. Dass ich zwei dicke Bücher in der Zeit gelesen habe, mag mit am Internetverzicht liegen, spricht aber vor allem für die Qualität der Bücher.

Dezemberkunst

Was haben wir gelernt?

Es ist ja nicht so, als hätte ich es nicht geahnt, aber erst der Verzicht hat gezeigt, wie sehr ich mich an ein direktes Feedback zu meinen Bilder gewöhnt habe. Wie befriedigend ein kleines „Like“ ist und wie unbewusst ich darauf warte, dass das nächste kommt.

Das Zeichnen findet in erster Linie im stillen Kämmerlein – oder im Stammcafé – statt, in erster Linie aber allein. Und da meine Zeit fürs private Zeichnen rar gesät ist, ist Feedback jeder Art eine große Motivation. Gerade eben habe ich meine Ergebnisse vom Januar gepostet und freue mich schon wieder über anonyme Aufmerksamkeit.

Natürlich war ich mir dieses Faktors auch schon vorher bewusst. Wir nutzen Soziale Medien, um gesehen zu werden, um uns auszutauschen, und ich habe fantastische Künstler über Das Böse Internet gefunden. Aber es beeinflusst durchaus auch die Art, wie ich zeichne. Die Instagrammifikation des Formats: Ich freue mich wahnsinnig, dass ich seit Oktober regelmäßig an kleinen Kurzgeschichten arbeite – und mein Skizzenbuch hat ein quadratisches Format, perfekt zum Einzelbilder-auf-Instagram-posten.

Es ist definitiv spannend, die Vorgaben eines digitalen Mediums zu nutzen, um eine bestimmte Art des Geschichtenerzählens zu entwickeln. Ich muss aber aufpassen, dass das Format nicht zu sehr den Inhalt vorgibt. Dadurch denke ich nämlich viel mehr über den Inhalt und den Blickfang eines einzelnen Bildes nach und lasse möglicherweise die Geschichte im Gesamten außer Acht.

Ich finde das Format weiterhin spannend und werde damit weiter experimentieren, aber nachdem ich nun einen Einstieg in das Kurzgeschichtenentwickeln gefunden habe, werde ich als nächstes versuchen, Bilder ruhen zu lassen, sie eventuell zu verändern und erst ein Storyboard zu entwickeln, bevor es an konkrete Bildumsetzungen geht.
Da laufe ich auf jeden Fall wieder Gefahr, Sachen unbeendet zu lassen – umfassende Geschichten zu planen ist anstrengender als Einzeleindrücke umzusetzen – aber vielleicht finde ich einen Mittelweg. On- und offline.

 

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