Ausstellung: Kunst ist tot, es liebe die linke Hand

gestern war ich mal gucken beim Illustratoren-Festival in Köln. Wer in der Nähe wohnt und auf bunte Bilder, Geschichten, Comics und aber auch sozialkritische Auseinandersetzung steht, sollte unbedingt heute noch dort vorbeigehen. Ich bin sehr wehmütig und sehr motiviert geworden und will jetzt noch mehr zeichnen als sowieso schon.

Die Quintessenz der gehörten Vorträge lautet:

DENK NICHT SOVIEL.
Mach dein Ding.
Versuch nicht, auf Teufel komm raus gut zu zeichnen oder schön zu sein oder einen Stil zu erreichen –
sondern geh spielen, geh denken, guck dir an, was draußen los ist, pflanz ein Haus, bau nen Baum.
Pump die Kreativität in dich hinein und nimm erst dann einen Stift in die Hand.
Am besten hat mir gefallen: es ist leicht, mit Vektoren perfekt zu sein.
Nimm einen analogen Stift in die Hand.
Oder Kreide, oder Kaffee, oder Schlamm.

Und natürlich ist Illustration Kunst.

Wenn Verlage und Auftraggeber etwas von dir verlangen, das nur du kannst, deine Handschrift trägt, das gut aussehen muss und einen Inhalt vermitteln soll, einen Funken auslösen soll beim Betrachter, dann ist das eine Besonderheit, ein Alleinstellungsmerkmal, es hat ästhetischen und finanziellen Wert, es gefällt einigen und anderen nicht, es kann für sich stehen oder inspiriert zu mehr, mehr oder weniger kann man auch über den Begriff „Kunst“ sagen.

Man muss schon irgendwie dran glauben. Kunst ist tot, es lebe die Kunst.

Meine rechte Hand hat wohl doch keine Sehnenscheidenentzündung, was ein klügerer Kopf von diesem tollen Röntgenbild ableiten konnte und was ich erstmal aus wissenschaftlichen Gründen mit meinem Handy vom Bildschirm abfotografiert habe.
Bald gibt es bessere Bilder straight from the MRT.
Vielleicht wächst meine rechte Hand auch noch und wird zum Hulk.
Es bleibt spannend.
Derweil muss die linke Hand übernehmen und optimieren.

Außerdem aufgeschnappt beim Festival: #paintmuseum

Im Rahmen des Internationalen Museumstags am 22.05. wird dazu aufgerufen, unseren Museumsalltag zu dokumentieren – und zwar nicht nur digital, sondern auch zeichnerisch, malerisch, wörtlerisch, wie wir lustig sind.
Das ganze kann dann unter dem Hashtag #paintmuseum geteilt werden.
Ich stelle es mir sehr reizvoll vor, zum Aktzeichnen ins Museum zu gehen. Überhaupt nimmt man sich beim Zeichnen sehr viel mehr Zeit, sich mit dem Objekt oder Bild auseinanderzusetzen, als beim bloßen Abfotografieren.

Die heutigen off-topic Abschlussworte lauten:

Keine platten AFD-Nazi-Vergleiche mehr. Lest lieber das Parteiprogramm, um eure Familie mit den tatsächlichen Inhalten zu erschrecken.
Frohe Ostern!

 

Es beginnt.

Das Jahr hat mit großen Plänen angefangen: Pläne für eine Graphic Novel als Bachelor-Arbeit, eine Auftrags-Graphic Novel, eine Postkartenserie, eine Ausstellung …

Und dann kam die Sehnenscheidenentzündung, die mich dazu gezwungen hat, mit dem organisatorischen Kram zu beginnen. Das hat zumindest zu diesem kleinen Portfolio geführt, das längst fällig gewesen ist!

Und ich kann mir angucken, dass sich schon einiges angesammelt hat…dann kann ich meine rechte Hand ein bisschen schonen, den nächsten Mumpitz plotten, meiner linke Hand das Tippen und Zeichnen beibringen, und und und…

Also viel Spaß in meiner Bilderkiste! Mehr ist in Arbeit, im Kopf, im Herzen, in der Hand.